NAHRUNG = BENZIN ODER NICHT? TEIL 4

NAHRUNG – BENZIN ODER NICHT, DASS IST HIER DIE FRAGE – TEIL 4

Das ist der letzte Teil in der Serie „Nahrung – Benzin oder nicht?“. Nochmals eine kurze Zusammenfassung womit sich Teil 1 bis 3 beschäftigt haben.

In Teil 1 war das zentrale Thema, dass Essen nicht gleich Benzin ist, weil es wichtige Aspekte der Zusammensetzung ausser Acht lässt. Dabei wird der Fokus überwiegend auf die Makronährstoffe (EW, KH, FE) gelegt, obwohl der Körper auch die Mikronährstoffe aus der Nahrung zum funktionieren braucht.

Teil 2 hatte als zentrales Thema die Stoffe, welche für gewöhnliches ausser Acht gelassen werden, wie Phyto- und Zoochemikalien und was ihre Bedeutung ist.

Nahrung ist also nicht nur „Benzin“ und dein Körper nicht nur eine „Maschine“, was genau ist Essen dann? Information! Teil 3 wird zeigt Dir welche Informationen dein Körper bekommt, wenn Du ihm etwas zu essen gibst und weshalb das wichtig ist.

Makros und ihre Geschichte

Jetzt wirst Du erfahren welche Informationen in den Makronährstoffen enthalten sind und was dein Körper versteht wenn Du diese isst. Von Kohlenhydrate, über Eiweiss und Fett bis hin was Deine Ernährung über Dich aussagt und weshalb Du darüber nachdenken solltest was genau Du isst oder weshalb.

Die Geschichte mit den Kohlenhydraten

Wenn du Kohlenhydrate isst, steigt dein Blutzuckerspiegel. Es ist dabei egal welche Art von Kohlenhydraten es sind, da fast alle ob Zucker oder Stärke in deinem Körper zur selben Sache verarbeitet werden: Glukose.

Glukose trägt die „Kohlenhydrat Nachricht“ und gibt deinem Magen den Auftrag Moleküle freizulassen wie z.B. Glukoseabhängiges insulinotropes Peptid (GIP) und Glucagon-like-peptide 1 (GLP-1) und schickt diese zur Bauchspeicheldrüse.

Diese Moleküle geben deiner Bauchspeicheldrüse das Signal ein Hormon Namens Insulin auszuschütten. Insulin nimmt die chemische Spur auf und verbreitet die Nachricht an den Rest von deinem Körper, dass Insulin auf dem Weg ist. Deine Muskeln, das Gehirn und deine Fettzellen öffnen ihre Briefkästen, um diese Nachricht „Insulin“ aufzunehmen.

Die Bauchspeicheldrüse schüttet dann aber noch mehr Dinge aus, wie z.B. Somatostatin und Amylin um dein Gehirn auf die kommende Nahrung vorzubereiten. Je mehr Nachrichten eingetroffen sind und je mehr noch kommen (z.B. je höher das Level dieser Chemikalien steigt oder je länger diese erhöht bleiben), umso mehr glaubt dein Gehirn, dass Du genug „Essen“ bekommen hast. Vergleiche dass mit deinem Maileingang bei der Arbeit, wenn Du zu E-Mails bekommst und „DAS REICHT!!!“ schreien möchtest.

Bei diesem Beispiel ist „Nahrung“ = Information und weil Du es gegessen hast kommuniziert es jetzt. Du gibst deinem Körper somit eine Menge Aufträge um viele beeindruckende Dinge zu machen.

Die Geschichte von Eiweiss und Fett

Auch Eiweiss und Fett können grandiose Geschichten erzählen.

Wenn Sie zersetzt werden, schüttet dein Magen eine „Nachricht“ aus mit dem sonderbaren Namen Cholecystokinin (CCK). Dieser Kollege sagt deiner Bauchspeicheldrüse bestimmte Enzyme zu erzeugen, damit er die grad gegessenen Chicken Nuggets verdauen kann.

Da er aber eine kleine Plaudertasche ist, sendet er noch andere Nachrichten. CCK sagt aber ausserdem deiner Gallenblase Galle auszuschütten, damit dein Gehirn „hört“, dass Du genug zu essen gehabt hast.

Und weil er auch eine soziale Ader hat, bleibt er gleich zu Besuch im Gehirn (wenn er schon da ist). Dort hält er einen Plausch mit anderen Neurotransmittentensystemen wie dem Endocannabinoid-System, welches mit dem Schmerzen- und Gefühlsmanagement zu tun hat.

Zellen müssen Schwätzchen halten

zellen sprechen

Die Verdauung ist nur der Anfang dieser Geschichte. Wenn die verdauten Nahrungskomponenten unsere Zellen erreichen, dann wird so viel getratscht, da versteht man sein eigenes Wort nicht mehr.

Die Zellen trommeln Eiweissteilchen (Peptide und Aminosäuren) zusammen, um Hormone, Enzyme, Struktur- und zum Muskelaufbau zu erzeugen.

Die Fettteilchen (Triclycerid und freie Fettsäuren) werden gebraucht um Hormone zu produzieren und in die Zellmembrane zu integriert. Sie kontrollieren die Entzündungspfade.

Kohlenhydrateteilchen (Glukose und Fruktose) werden gebraucht um einen ausgeglichenen Hormonstatus zu gewährleisten zum Beispiel von der Schilddrüse, Testosteron und auch zu einem Teil von Leptin.

[tweetthis remove_hidden_urls=“true“] Somit bleibt eine universelle Weisheit: DU BIST WAS DU ISST![/tweetthis]

Die Reaktionen sind für alle ankommenden Makronährstoffe fast gleich. Mikronährstoffe, Phytochemikalien und Zoochemikalien tragen hingegen alle ihre eigenen Nachrichten und kommunizieren auf ihre einzigartige Weise mit dem Körper.

  • Einige sage, dass das Abwehrsystem gestärkt werden muss
  • Andere helfen dem Abwehrsystem dabei
  • Einige sagen dem Körper Krebsessende Enzyme zu entwickeln
  • Andere greifen Krebs direkt an
  • Einige hängen in unserem Gedärmen rum um uns vor Schadstoffen zu schützen
  • Andere binden diese Schadstoffe und tragen sie aus dem Körper

Es gibt keine Möglichkeit ihnen den Mund zu verbieten und das ist auch gut so.

Nahrung ist schlau und dein Körper auch

Falls „Nahrung gleich Benzin“ wirklich stimmt, dann wäre Essen nur Benzin, dein Körper eine dumme Maschine und Du nur ein Buchhalter für Kalorien. Das wäre aber Schade, denn Du bist so viel mehr als nur das. Essen und dein Körper verdienen viel mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit. Vergesse also nicht, dass jede Entscheidung beim Essen eine Nachricht an deinen Körper sendet. Jede Mahlzeit ist auch eine wichtige Entscheidung um direkten Einfluss auf deine Gesundheit zu nehmen und diese zu verbessern. Ausserdem kannst Du viele Dinge steuern wie z.B. deine Körperzusammensetzung, Deine Leistung oder Dein Wohlsein.

Nahrung ist nicht nur Wissenschaft – Sie ist leben

essen ist wissenschaft

Nahrung ist so viel mehr als das, wenn Du nur deine Perspektive ändern möchtest. Jeder weiss, dass Essen teilen eine wichtiger menschlicher Akt ist. Das Brot zu brechen ist in vielen Kulturen ein Symbol und Teil unserer Menschlichkeit.

Ja, Nahrung ist INFORMATION, KOMMUNIKATION und eine wenn man möchte eine komplette GESCHICHTE.

Auch Du kommunizierst mit/durch Dein Essen eine bestimmte Geschichte. Wo wir essen und Was wir essen enthält eine Fülle von Informationen und transportiert eine bestimmte Geschichte an deinen Gegenüber.

  • Ich bin kultiviert – Ich bin ein „Foodie“
  • Ich bin ein nachdenklicher Konsument. Ich kaufe auf dem Wochenmarkt ein.
  • Ich bin aus Mexiko, Italien, Nigeria (Land/Region/Herkunft/etc. hier einsetzen) und Stolz darauf.
  • Ich bin der soziale Bahnhof meiner Familie. Jeder kommt Sonntags bei mir zum Essen.
  • Ich bin Wagemutig. Ich esse ALLES. Als ich in Indien war, habe ich …. gegessen.
  • Ich bin vorsichtig mit meiner Auswahl. Ich esse keine industrieverarbeiteten Nahrungsmittel.
  • Ich esse nie zu Hause, mein Kühlschrank ist leer. Ich esse lieber wenn ich unterwegs bin.
  • Ich bin ein Liebhaber. Ich esse gern in feinen Restaurants.
  • Ich liebe Dich. Ich koche für Dich.

Das sind essentielle Informationen über uns, unsere Familien und Freunde und auch über Dich. Es ist relevantes, aussagekräftiges und lebensveränderndes Wissen. Also lerne, dass alles was Du isst, etwas über Dich aussagt.

du bist was du iss III

Denke kurz darüber nach: Was ist Nahrung für Dich? Information? Stolz? Persönliche Freiheit? Schandmal? Selbstbewusstsein?

Dann frage Dich: Was hättest Du gern, dass Nahrung für Dich ist?

Gerne darfst Du Dich hier mitteilen und allen sagen was Essen für Dich ist. Ich würde mich freuen.

big mac isst big mac

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Quelle:

No, food is NOT fuel. (And, thankfully, you’re not a Ferrari) by John Berardi, Brian St. Pierre, and Krista Scott-Dixon

 

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