Tom Brady und Gisele Bündchen Diät

Tom Brady und Gisele Bündchens Ernährungsplan – Mit Vorsicht zu genießen

Allen Campbell, ein Privatkoch, stand in diesem Zusammenhang im Zentrum der News, weil er als Privatkoch von Tom Brady und Gisele Bündchen sich zum Ernährungsplan dieser geäussert und dabei einige interessante Aussagen gemacht.

Sei ehrlich, Du vertraust bei vielen Fragen bezüglich Deiner Ernährung, Sport und Aussehen auf die Tipps und Tricks der Superstars aus Sport, Glamour und Hollywood.

Genau an diesem Punkt ist in den USA in letzter Zeit eine kleine Diskussion entstanden.

Hierzulande ist Tom Brady vielleicht weniger bekannt, aber in den USA ist er der Superstar im American Football. Er spielt für die New England Patriots eine der erfolgreichsten Mannschaft in diesem Sport. Über das Supermodel Giselle Bündchen muss man wenig sagen. Sie ist ein sehr angesagtes Model, sieht dementsprechend gut aus (nach allgemeinem Standard) und hat sich auch ausserhalb des Modellgeschäfts einen Namen gemacht.

Adam Bornstein und Andy Bellati (MS, RD) haben sich die Mühe gemacht, die Thesen des Chefkochs zu Hinterfragen und dabei Interessantes entdeckt. (Dies ist meine lose Übersetzung des Artikels und der Link zum original findet ihr am Ende.)

Die Tom Brady- und Giselle Bündchen-Diät: Ein Blick hinter die Kulissen

Tom Brady hat letztes Jahr durch seine harsche Kritik an „Frosted Flakes“ und „Coca-Cola“ Schlagzeilen geschrieben. Nachdem er selbst kein Ernährungsberater ist, müssen seine Meinungen von irgendwo geprägt sein. In seinem Fall kamen diese von seinem Privatkoch Allen Campbell.

Der „Boston Globe“ hat Herrn Campbell in einem Interview nach den Ernährungsgewohnheiten des „Power Couple“ gefragt. Dabei machte er mit folgenden Statements auf sich aufmerksam, welche Stück für Stück hinterleuchtet werden:

Die magische Kombination finden

Der Ansatz von Allen Campbell für Tom Brady, ist einfach und nicht verkehrt: Esse 80% pflanzen-basierend und den Rest mit Vollkost auffüllen.

Das ist ein hervorragender Ansatz für ein Zeitalter in dem Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Diabetes an der Spitze der Lifestyle-Krankheiten liegen. Diesen Krankheiten wird am besten Einhalt geboten mit einer ausgewogenen Ernährungsweise, die wenig “Junk-Food” und mehr Gemüse beinhaltet.

Allen Campbell zelebriert ausserdem die nachhaltige Küche, in dem er regional einkauft und effizient kocht getreu dem Ansatz “From Farm to Table”.

Leider hört hier bereits das Gute auf und bei den Aussagen zu diesen Themen beginnen die „Alarmglocken“ zu läuten:

Es muss nicht immer “Bio” sein

“Wenn es nicht Bio ist, benutze ich es nicht”

Die biologische Landwirtschaft hat viele Vorteile für die Umwelt (z.B.: Verringerung der Landwirtschaftlichen Umweltverschmutzung und der Schutz von Landwirtschaft Biodiversifizierung), aber am Ende vom Tag, und unter Berücksichtigung vom Nährwertstandpunkt, hat eine normale Avocado genau so viele gute Fette wie eine Bio-Avocado. Beide sind dabei ausserdem eine hervorragende Quelle von Vitamin C.

Der Mythos von “sauren” und “basischen” Lebensmitteln

“Wenn Du nur Zucker und Kohlenhydrate isst, was Viele machen, ist Dein Körper so säurehaltig, was zu Krankheiten führt”

Alle Kohlenhydrate die in Linsen, Äpfeln und Brokkoli, Muffins etc. enthalten sind als “ungesund” zu stigmatisieren, macht keinen Sinn. Es hilft nur dabei, die Allgemeinheit zu verwirren, damit bald niemand mehr weiss was “richtig” und was “falsch” ist.

Diese Aussage unterstützt auch den Mythos von “sauren” und “basischen” Lebensmitteln, welcher bereits überholt ist. Die Theorie sagt, dass einige Lebensmittel Säuren bilden, wie z.B. verarbeitete Kohlenhydrate, Kaffee und weisser Zucker. Andere Lebensmittel wie z.B. Mandeln, Spinat oder die Grapefruit sind hingegen basische.

Es hiess lange, dass man die Chance auf chronische Krankheiten reduzieren könne, in dem mehr basische Lebensmittel konsumiert werden, da diese wiederum das Blut basisch halten. Dies ist aber nicht wirklich wahr, da das Blut eng reguliert wird und immer zwischen 7.35 und 7.45 pH bleibt. Das entspricht einem schwach basischen Wert wenn die Skala von 1 – 14 geht (1 ist säurehaltig, 7 ist neutral und 14 ist basisch).

Kein Lebensmittel kann den Blut pH-Wert senken oder steigern. Diesen Fakt bitte kurz wirken lassen und verstehen, wie diese Aussagen und dementsprechende Diäten Ängste aufbauen, die nicht durch die Wissenschaft bestätigt werden können.

Wenn der pH-Wert unter 7.35 sinkt (metabolische Azidose) oder über 7.45 steigt (metabolische Alkalose), wird bereits von ernstzunehmenden Krankheitsbildern gesprochen, welche medizinisch behandelt werden müssen.

Der Konsum von Unmengen an Zucker und instustriell verarbeiteten Kohlenhydraten ist nicht problematisch, weil diese “Säure bilden”, sondern weil sie kaum Nährstoffe haben. Zudem fördern sie Herzkrankheiten und lassen den Blutzucker nach oben schnellen.

Keinen weisser Zucker

Zucker, welcher extra während der Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln hinzugeführt wird, ist für jedermann ein Grund der Besorgnis. Mehrere Studien belegen, dass die Menge an “extra”-konsumiertem Zucker, ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Beschwerden darstellt.

In den USA konsumiert laut dem Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) jeder Mann im Schnitt 21 Teelöffel und Frauen ca. 15 Teelöffel Zucker täglich.

Die Empfehlung der „American Heart Association“ (AHA) liegt aber bei unter 36g Zucker (9 Teelöffel) für Männer und 24g Zucker (6 Teelöffel) für Frauen pro Tag.

Die „World Health Organisation“ (WHO) spricht von einen Zuckeranteil von ca. 10% der täglichen Kalorien für Erwachsene (bei einer 2’000 Kalorien Tagesbedarf). Das entspricht ungefähr 12 Teelöffel Zucker. Für eine bessere Gesundheit schlägt die WHO aber eher 5% der täglichen Tageskalorien vor.

Solltest Du womöglich weniger Zucker konsumieren? Wahrscheinlich. Sollte aber weisser Zucker deshalb an den Pranger gestellt werden und zum Sündenbock für alle Krankheiten herhalten? Nein.

Zucker ist Zucker ist Zucker.

Zwei Teelöffel Agaven Nektar, Ahornsirup oder Kokosnussnektar sind genauso wenig gesund, wie zwei Teelöffel weisser Zucker. Alle Formen von zusätzlichem Zucker sollten reduziert werden, da Sie von Deinem Körper gleich behandelt werden, egal für wie gesund das Etikett es darstellt.

Welches Öl zum Kochen und exotische Salze

“Ich verwende Olivenöl, koche aber nie damit. Ich koche nur mit Kokosnussöl. Ich verwende nur rosa Himalaya-Salz und verwende nie jodiertes Salz.”

Das ist ein perfektes Beispiel, für jemanden, der ein Lebensmittel nimmt das in der Allgemeinheit als sehr gesund wahrgenommen wird, und dabei unnötig Angst und Konfusion verbreitet.

Man kann Olivenöl auch zum Kochen verwenden, da es gegen hohe Hitze beständig ist. Das liegt am hohen einfach gesättigten Fettgehalts. Es wurde bewiesen, dass Extra Natives Olivenöl bis zu ca.  180 Grad hitzebeständig ist und bei dieser Temperatur keine Nährstoffe verliert.

Auf der anderen Seite sind Fette die einen hohen Gehalt an Omega 3-Fettsäuren habenwie z.B. Walnussöl, Leinöl oder Hanföl, sehr gut für Salatdressings und Dips geeignet.

Exotische Salze
Das rosa Himalaya-Salz aufgrund der hohen mineralischen Bestandteile voll im Trend. Leider müsste man mehrere gehäufte ESSlöffel davon konsumieren, um diesen Vorteil nutzen zu können. Leider hätte man dadurch dann seinen täglichen Bedarf an Natrium um ein zehnfaches überschritten (blöd).

Von einem kulinarischen Standpunkt aus hingegen, hat jedes Gewürz und Kräuter seine Berechtigung in der Küche, aber Nährwerttechnisch sind diese alle gleich gestellt.

Sind Nachtschattengewächse gefährlich?

“Tom isst keine Nachtschattengewächse, weil sie nicht Entzündungshemmend wirken. Also keine Tomaten, Paprika, Pilze oder Auberginen. Ab und zu lasse ich doch schon Tomaten einfliessen, aber vielleicht nur einmal im Monat. Ich bin vorsichtig bei Tomaten, da diese Entzündungen bewirken.”

Es ist eine Schande, dass Nachtschattengewächse wegen Unwissenheit noch immer mit einem “Nicht Essen”-Stempel versehen werden. Nachtschattengemüse, wie z.B. Tomaten, Paprika, Auberginen oder Kartoffeln (Pilze sind keine Nachtschattengewächse ;)) bringen eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralien und entzündungshemmenden Komponenten mit an den Tisch 😉

Es gibt schlicht keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Tomaten Entzündungen fördern. Es gibt  auch keinen wirklichen Grund diese nicht zu essen, ausser Du hast Sodbrennen. Vor allem Männer sollten Tomaten (speziell gekochte), wegen ihrem hohen Anteil an Lycopin und Antioxidanten essen, da diese vor Prostatakrebs schützen. Wassermelone und rote Paprika sind auch eine hervorragende Quelle für Lycopin.

Fazit

Am Ende ist es wichtig zu verstehen, dass hier niemand Allen Campbell schlecht machen möchte oder ihm Abstreitet, dass er weiss was er macht. Es ist immer schwer einzuschätzen inwieweit ein solches Interview nur Teile des ganzen Bildes wiedergeben und der Ernährungsplan auf ein spezielles Ziel ausgerichtet ist. Wenn man bedenkt, dass Tom Brady mit seinen 36 Jahren noch immer in einer der härtesten Ligen der Welt zu den besten zählt, kann ihm niemand verübeln wenn er versucht mit allen Mitteln seinem Körper mit dem ihm besten nahrungstechnischen Mitteln zu unterstützen.

Du solltest Dich darauf konzentrieren, kritisch zu Denken und Deinen Menschenverstand bei wichtigen Fragen bezüglich der Ernährung, des Trainings oder des Lebens zu benutzen. Und als Dankeschön fürs lesen gebe ich Dir noch drei kleine einfache Tipps mit auf den Weg:

  1. Iss mehr Gemüse
  2. Iss Lebensmittel die weniger als 5 ausprechbare Zutaten auf dem Etikett stehen haben, z.B. Hühnchen, Reis, Steak
  3. Miete einen Sei dein eigener Chef in der Küche

Der englische originale Artikel kann hier gelesen werden.

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